Drei-Geberschalter-Kette als FLIPFLOP

Aus GH-Lounge

Grundsätzliches

Die MX20 verfügt nicht (wie MC20, MC32, etc. ...) über logische Schalter, mit denen man komplexere Funktionen komfortabel auslösen kann. Mit gegeneinander passend verkoppelten logischen Schaltern kann man z. B. ein FLIPFLOP erstellen. Ein FLIPFLOP ist ein bistabiles Element, welches auf ein (vorübergehendes) Signal hin einen Zustand "Ein" oder "Aus" annimmt und diesen beibehält, auch wenn das Auslösesignal wieder verschwindet. Informationstechnisch betrachtet ist es die kleinstmögliche Speichereinheit (für 1 Bit).

Am Sender kann man ein solches Element z.B. für diverse Tastfunktionen gebrauchen, z. B., wenn man durch kurzes Ziehen oder Drücken des Höhenruders eine Phase dauerhaft wechseln oder einen Mischer dauerhaft umschalten will.

Aufbau eines FLIPFLOP mittels Geberschaltern

Für jeden Geberschalter der MX20 gibt es zwei Aktivierungsmöglichkeiten:

  • über den definierten Schaltpunkt am zugeordneten Geber
  • über einen zusätzlich zugeordneten Schalter oder Geberschalter/ inversen Geberschalter. Eine Aktivierung auf diesem Weg hat Priorität und übersteuert die Wirkung des Gebers.

Geberschalter können also auch einander aktivieren. Wenn das zwei davon kreuzweise tun, hat man allerdings den Effekt, dass sie eventuell (je nach Geberstellungen) beim Sendereinschalten noch inaktiv sind, aber sobald ein Geber kurz die Schwelle überschreitet, werden beide aktiv und halten sich gegenseitig. D.h. man müsste den Sender ausschalten, um beide aktiven Geberschalter wieder "los zu werden".

Um also eine reversible "gegenseitige Haltefunktion" zu erhalten, kommen drei Geberschalter G1, G2 und G3 zum Einsatz. Hier im Beispiel wird angenommen, dass die Geberschalter vom HR-Knüppel und dem Drehknopf "Geber 7" angesteuert werden sollen.

  1. G1 wird so konfiguriert, dass er durch Ziehen (HR/K3) und auch durch G3 aktiviert wird
  2. G2 wird so konfiguriert, dass er durch "Geber 7 nach rechts gedreht" und durch G1i (G1 invers) aktiviert wird
  3. G3 wird so konfiguriert, dass er durch "Geber 7 nach links gedreht" und durch G2i (G2 invers) aktiviert wird
  4. Damit kann diese "Geberschalterkette" zwei stabile Zustände (EIN-AUS-EIN oder AUS-EIN-AUS) einnehmen. Diese sind durch Drehen von Geber 7 nach links oder rechts erreichbar und bleiben jeweils erhalten, wenn man Geber 7 wieder in die Mitte dreht
  5. Zusätzlich kommt man durch HR-Ziehen von AUS-EIN-AUS nach EIN-AUS-EIN

Soweit beispielhaft die Grundschaltung für erste Experimente. Mit diesem Grundmodell eines FLIPFLOP kann man nun diverse Tricks fahren, wie z.B. durch einmaliges kurzes Ziehen dauerhaft die Flugphase wechseln.